27.01.2026 Personenrettung auf gefrorenen Gewässern

Bei kühlen Temperaturen ging es diesen Schulungsabend an den Leopoldskroner ( Lepi ) Weiher. In der, vom heutigen Dienstführenden OBM Neumayr Markus, ausgearbeiteten Ausbildung, wurde auf die prekären Situationen eingegangen, die immer wieder durch unvorsichtiges Verhalten von Personen entstehen, wenn sie auf gefrorenen Gewässern verunfallen.

Leider verhalten sich Teile der Bevölkerung immer wieder unvorsichtig und ignorieren auch bewusst Sperren von Eisflächen und riskieren dabei nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Kinder !

Sie gefährden damit auch die Gesundheit der Retter !

Bezugnehmend auf die vermehrten Unfällen in den letzten Wochen, im Großraum Salzburg, wurde auf das richtige Verhalten bei der Rettung von verunfallten Personen auf Eisflächen Bezug genommen.

OBM Neumayr ging hier sehr ausführlich auf die möglichen äußeren Einflüsse ein und lenkte dabei den Fokus auf die Einsatzabläufe bei der Rettung:

Hier einige beachtenswerte Punkte die man vor dem Betreten von Eisflächen berücksichtigen sollte:

o Die Tragfähigkeit der Eisdecke ist schwer einzuschätzen, und sie kann über das
Gewässer hinweg stark variieren.
o Weiter ist zu beachten: Schnee ist ein schlechter Wärmeleiter, d.h. schneebedeckte
Eisflächen sind meist dünner;
o In das Eis eingebrochene Personen kühlen sehr schnell stark aus. Wasser besitzt eine
etwa 25-mal höhere Wärmeleitfähigkeit als Luft. Bei einer Wassertemperatur von 0° C
liegt die Überlebenszeit eines Eingebrochenen unter 30 min!

• Erste Maßnahme bei der Eisrettung:

o Feuerwehrleine im Leinenbeutel über den Verunfallten hinaus werfen (Wurfweite liegt
hier bei ca. 15 m), sodass die Leine auf oder neben ihm zum Liegen kommt.
o Unter Umständen kann der Verunfallte bereits hiermit gerettet werden.
o Um bei einer Rettung nicht selbst sofort einzubrechen ist das Gewicht des Retters auf
eine möglichst große Fläche zu verteilen. Aus diesem Grund wird niemals im Stehen
vorgegangen. Der Retter robbt im Liegen zu dem Verunfallten hin.

• Erste Hilfe: Unterkühlung:

o Schnell von nasser Kleidung befreien;
o Körperkern primär mit Wärme versorgen (trockene Kleidung, Decken, Jacken,
Rettungsfolie, Helferwärme, Wärmebeutel);
o Auf jeden Fall liegend (Arme und Beine nicht höher als das Herz lagern ansonsten droht
der Bergungstod);
o Keine Massagen und Eigenbewegungen;
o Warme zuckerhaltige Getränke verabreichen;
o Kein Alkohol;
o Passiver Abtransport, Arzt;

Es muss nicht immer heiß hergehen bei der Feuerwehr, mannigfaltig sind die Herausforderungen !

Ein interessanter Abend !

Fotos: BM Schabauer , OLM Damjanovic

BI Ziss Heimo

Öffentlichkeitsarbeit LZ Bruderhof