{"id":7189,"date":"2015-11-23T12:40:28","date_gmt":"2015-11-23T11:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/?p=7189"},"modified":"2016-03-08T12:53:00","modified_gmt":"2016-03-08T11:53:00","slug":"brandsicherheitswachen-bis-zur-grenze-des-moeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/news\/einsatz\/brandsicherheitswachen-bis-zur-grenze-des-moeglichen\/","title":{"rendered":"Brandsicherheitswachen bis zur Grenze des M\u00f6glichen !"},"content":{"rendered":"<p>Brandsicherheitswachen bis zur Grenze des M\u00f6glichen !<\/p>\n<p>(l\u00e4ngster Einsatz aller Zeiten und er ist noch nicht vorbei)<a href=\"https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-7297\" src=\"https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o-250x161.jpg\" alt=\"12185565_944972528903892_9110493487542034490_o\" width=\"250\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o-250x161.jpg 250w, https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o-150x97.jpg 150w, https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o-700x450.jpg 700w, https:\/\/www.feuerwehr-bruderhof.at\/wp2\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/12185565_944972528903892_9110493487542034490_o.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Folgen internationalen Geschehens in Salzburg niederschlagen. In dieser Form wurden sie in der 150-j\u00e4hrigen Geschichte des L\u00f6schzuges Bruderhof noch nicht wahrgenommen.<\/p>\n<p>Die Situation des Fl\u00fcchtlingsgeschehens soll hier nicht beschrieben werden (die wird ausf\u00fchrlich in der Presse dargestellt), sondern einen Abriss der T\u00e4tigkeiten des LZ Bruderhof in den letzten 5 Wochen (seit dem 14.09.2015).<\/p>\n<p>Am Wochenende davor (12.bis 13.09.2015) feierte die Freiwillige Feuerwehr der Landeshauptstadt Salzburg noch ihr 150igstes Bestandsjubil\u00e4um. 3000 G\u00e4ste, eine imposanten Leistungsschau, ein selektives Oldtimertreffen mit ca. 70 wundersch\u00f6nen Fahrzeugen, feierliche Festakte an Samstag und Sonntag am Residenzplatz sowie eine Fahrzeugweihe und ein rauschendes Abschlussfest in der Stiegl-Festhalle waren imponierende Eckpunkte dieser Veranstaltung.<\/p>\n<p>Vorab sei noch zur Erkl\u00e4rung angef\u00fchrt: Die Aufteilung der Freiwilligen Feuerwehr der Landeshauptstadt Salzburg in fachspezifische Einheiten legt unter anderem den L\u00f6schzug Bruderhof als Unterst\u00fctzungseinheit f\u00fcr die Berufsfeuerwehr bei Dekontaminationseins\u00e4tzen fest. Das daf\u00fcr notwendige Fachwissen sowie die ebenso st\u00e4ndig zu \u00fcberpr\u00fcfende Praxistauglichkeit werden in laufenden Schulungen und Sonder\u00fcbungen erworben und vertieft.<\/p>\n<p>In den Tagen vor dem Jubil\u00e4umsfest wurden wir immer wieder mit der Aussicht konfrontiert, dass die sogenannte \u201eDeko-Stra\u00dfe\u201c (ein spezielles Zelt mit Dusch- und Umkleidebereichen sowie einem separaten Bereich f\u00fcr medizinische Behandlungen) m\u00f6glicherweise f\u00fcr einen Hygiene \u2013 Einsatz in der Fl\u00fcchtlingskrise ben\u00f6tigt wird.<br \/>\nAm Montag den 14.09.2015 um 10:25 wurde es dann ernst. Das \u00dcberquellen von bestehenden Notquartieren bewegte den Einsatzstab eine zus\u00e4tzliche Notunterkunft in Kasern zu aktivieren. Ein Geb\u00e4udekomplex, bestehend aus 2 l\u00e4nglichen 3-geschossigen Geb\u00e4uden, mit einem Quergang verbunden, in dem in 4 Stockwerken Betten schon vorbereitet waren und von denen jedes Stockwerk ein Fassungsverm\u00f6gen von ca. 150 Personen aufwies. Die Baulichkeiten waren nat\u00fcrlich nicht f\u00fcr eine Beherbergung vorgesehen, die Fluchtwege nicht f\u00fcr 600 Personen ausgelegt. Daher wurde der Einsatzauftrag des LZ Bruderhof neben dem Betrieb des Deko-Zeltes auch auf die Brandsicherheitswache ausgedehnt. Die Vorbereitungsarbeiten f\u00fcr eine dauerhafte Nutzung des Objektes waren begonnen, aber noch nicht abgeschlossen. Vor allem fehlte noch der Sanit\u00e4rbereich. Damit das Objekt trotzdem genutzt werden konnte, sollte die Feuerwehr mit dem Deko-Zelt eine Duschm\u00f6glichkeit schaffen, bis die Sanit\u00e4rcontainer vor Ort fertig angeschlossen waren.<\/p>\n<p>Berufsfeuerwehr und 27 Mann des L\u00f6schzuges konnten in kurzer Zeit den Aufbau des Zeltes durchf\u00fchren. Das Lagebild \u00fcber das m\u00f6gliche oder doch nicht oder dann doch wieder eintreffen von Fl\u00fcchtlingen besch\u00e4ftigte den LZ Bruderhof bis in den Abendstunden. Am Abend wurde in Absprache mit der Einsatzleitung eine Bereitschaft von 6 Mann \/ je 6 Stunden eingeteilt und so 24 Mann pro Tag vorgehalten.<\/p>\n<p>Durch die st\u00e4ndigen \u00c4nderungen r\u00fcckten die Bereitschaften am 15.09.2015 um 07:55 aus und dann wieder ein, am 15.09.2015 um 19 Uhr wurde die Bereitschaft wieder nach Kasern geschickt und zusammen mit dem Roten Kreuz die Notunterkunft endg\u00fcltig und st\u00e4ndig in Betrieb genommen. Erkundungen, wie man am Besten die in Salzburg gestrandeten Familien nach Kasern bringen k\u00f6nnte, wurden gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr durchgef\u00fchrt. Am 16.09.2015 um ca. 02:00 wurde die Bereitschaft wieder beendet, da nicht mehr mit einer Ankunft der Unterzubringenden zu rechnen war.<\/p>\n<p>Am 16.09.2015 um 06:49 war es dann doch soweit und die eingeteilte Bereitschaft nahm ihre Arbeit nach Ankunft der ersten 300 Fl\u00fcchtlinge auf. Das Einstellen des Zugsverkehrs nach Deutschland am selben Tag ver\u00e4nderte die Bewegungsstr\u00f6me der Fl\u00fcchtlinge nachhaltig.<br \/>\nNach den ersten Erfahrungswerten der beiden Anfangstage konnte die Dienstmannschaft des LZ Bruderhof auf 4 Mann pro Schicht verringert werden. Eine wesentliche Entlastung, aber noch immer Dienst f\u00fcr 16 Mann pro Tag. Durch abnehmende Belegungszahlen konnte am Samstag den 19.09.2015 weiter Personal reduziert werden und es waren nur mehr 2 Leute vor Ort notwendig.<\/p>\n<p>Am Mittwoch den 23.09.2015 zeichnete sich eine Beendigung des Einsatzes in Kasern ab, die Brandsicherheitswache wurde um ca. 18 Uhr aufgel\u00f6st. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der LZ Bruderhof f\u00fcr 30 Brandsicherheitswachen und dem Aufbau der Deko-Station in den 10 Tagen ca. 130 Personen bereitgestellt und dabei schon 800 Arbeitsstunden geleistet.<\/p>\n<p>Die Freude w\u00e4hrte nur kurz!<\/p>\n<p>Durch die ge\u00e4nderten Bewegungsrouten wurde nun der Grenz\u00fcbergang in Freilassing zu einem Brennpunkt des Geschehens. Da Deutschland auch hier Grenzkontrollen eingef\u00fchrt hatte, f\u00fchrte der R\u00fcckstau an der Grenze zur Aktivierung der Notunterkunft Zollamt Grenze Freilassing. Hier waren die Gegebenheiten ganz anders. An der Grenze waren schon mehrere kleine Campingzelte aufgebaut, auf der Br\u00fccke hatten sich die Fl\u00fcchtlinge unter Planen aufgehalten, um hier auf den Grenz\u00fcbertritt zu warten.<\/p>\n<p>Im Keller bzw. Garagengeschoss des Zollamtes waren Betten aufgestellt, damit hier ca. 150 Personen Unterschlupf und Ruhe finden konnten. Auch hier waren die Fluchtwege als \u201eeher Mau\u201c zu bezeichnen und beschr\u00e4nkten sich auf die beiden stirnseitigen Garagentore, daher wurde der L\u00f6schzug Bruderhof nach kurzer Pause wieder zum Einsatz geholt und \u00fcbernahm mit 2 Mann und \u201eTank 1 Bruderhof\u201c die Brandsicherheitswache. Bei den Rundg\u00e4ngen musste immer wieder auf die Einhaltung des strikten Rauchverbotes gedr\u00e4ngt und so konnte f\u00fcr Sicherheit gesorgt werden. In der Zwischenzeit wurde die Einsatzstelle von einem Krisenstab der Stadt Salzburg \u00fcbernommen und ausgebaut. Es wurden Zelte errichtet, die Schlafstelle in der Garage aufgelassen und in die Zelte verlegt, WC- und Dusch-Container installiert und mit Hilfe aller Einsatzorganisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Samariterbund, Malteser, Bundesheer und Polizei ) eine funktionierende Ablaufstelle geschaffen.<\/p>\n<p>Bis zum 05.10.2015 konnten mit Unterst\u00fctzung der Angeh\u00f6rigen der anderen L\u00f6schz\u00fcge durchgehend Brandsicherheitswachen gestellt werden. Durch den Ausbau und die bessere Infrastruktur war aber auch eine Reduzierung dieser Brandsicherheitswachen und letztendlich eine weitere Umstellung m\u00f6glich. Seit diesem Datum versehen die Kameraden der Berufsfeuerwehr unter Tags die Brandsicherheitswache und in der Nacht von 18:00 bis 06:00 gibt einen Doppelposten aus Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr.<\/p>\n<p>Bis 15.10.2015 wurden durch den L\u00f6schzug Bruderhof 86 Brandsicherheitswachen mit \u00fcber 200 Mann gestellt und dabei \u00fcber 1.600 Stunden Einsatzdienst geleistet.<\/p>\n<p>Die Verlegung der Deko-Anlage von Kasern zur Bahnhofsgarage bedingte hier weiterhin eine der Brandsicherheitswache in der Tiefgarage am Bahnhof und weitere Dienste und daf\u00fcr ben\u00f6tigte Mannschaften der anderen 3 L\u00f6schz\u00fcge, womit hier leicht von einer Verdoppelung der eingesetzten Mannschaften und von ca. 2.600 Einsatzstunden gesprochen werden kann.<\/p>\n<p>Dieser Einsatz lotet sicher die Grenzen der M\u00f6glichkeiten einer freiwillig t\u00e4tigen Einsatzorganisation aus. F\u00fcr derart lang dauernde Eins\u00e4tze ist eine Freiwillige Feuerwehr nicht aufgestellt, ihre St\u00e4rke ist es auf Knopfdruck, je nach Gr\u00f6\u00dfe 20, 30, 40 oder 100 Leute in k\u00fcrzester Zeit in den Einsatz zu schicken, auch bei einer Einsatzdauer von 2 bis 3 maximal auch 4 Tagen. Doch 5 Wochen lang rund um Uhr Dienste zu stellen, strapaziert die Leistungsbereitschaft sehr, da man ja nach dem Dienst wieder in die Arbeit muss oder vom Beruf in den ehrenamtlichen Dienst kommt. Nach derart langer Zeit treten Erm\u00fcdungserscheinungen auf, weil das eingesetzte Personal zu keinen Erholungswert mehr kommt. Darauf wurde jetzt reagiert und stufenweise die Dienstmannschaft von 32 (in 24 Stunden) inkl. Brandsicherheitswache Bahnhof auf jetzt auf 6 pro Tag reduziert werden.<\/p>\n<p>Trotzdem ergeben sich daraus 42 Personen die hier gemeinsam mit den Kameraden der Berufsfeuerwehr pro Woche zu stellen sind.<\/p>\n<p>Das Wachekommando des LZ Bruderhof m\u00f6chte sich auch auf diesem Wege bei seinen eingesetzten Angeh\u00f6rigen f\u00fcr diese gewaltige Leistung und die hohe Bereitschaft, f\u00fcr Sicherheit zu sorgen, bedanken.<\/p>\n<p>Status 15.10.2015<\/p>\n<p>Ziss Heimo BI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brandsicherheitswachen bis zur Grenze des M\u00f6glichen ! 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